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Gewohnt gut
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
ist auch der neuste Streich von John Ganapes. Sein erstes Buch "Blues You can use"(für die die es noch nicht kennen, kaufen! Bestes Buch für den Einstieg in den Blues!) führt einen fundiert in das Thema Blues ein. Mit seinem nachfolgenden Buch "More Blues you can use"(noch besser als der erste Teil, Blues at its best) vertieft er das Wissen über den Blues beträchtlich. Spieltechnisch und kompositorisch ist dieses zwar in meinen Ohren hervorragend, dennoch misst man irgendwann eine grundlegende Abwechslung(im Bezug auf die Akkord Struktur des Rythmusteils), was jedoch nicht weiter schlimm ist, da es ja über den Blues handelt. Mit seinem Buch "Jazzin' the Blues" geht John Ganapes eben auf diesen Bereich ein. Wird in den beiden "Vorgängern"(sie sind nicht wirklich die Vorgänger von Jazzin' the Blues, diesem würde ich eher den selben Stellenwert wie "Blues You can Use" zuschreiben)noch recht wenig auf den theoretischen Aspekt der Musik eingegangen, ist dies in Jazzin the Blues ein Hauptbestandteil. Nichts desto trotz sind grundlegende Theorie Kenntnisse empfehlenswert. Im "Vorwort" wird zunächst geklärt was es mit Skalen und Akkorden auf sich hat. Es wird zunächst die Dur-Tonleiter(major Scale) besprochen, anschließend deren 2 Modi "Mixolydisch" und "Dorisch". Dann harmonisiert er die Dur-Tonleiter(bis zu den 4-Klängen, alle weiteren Zusatzoptionen werden nur kurz genannt) und geht kurz auf "Alterierte-Akkorde"(Akkorde mit Tönen die nicht in der Tonleiter enthalten sind) ein. Die nachfolgenden Kapitel sind immer gleich aufgebaut. Zuerst wird der harmonische Aspekt behandelt(Rhythmus Part), dann der melodische(solo Part). Der Rhythmus Part wird von Kapitel zu Kapitel komplexer(weniger von der Spieltechnik als viel mehr vom theoretischen Aspekt) und ist von Anfang an schön jazzig, ohne jedoch den Bezug zum Blues zu verlieren. Das Solo ist spieltechnisch ebenfalls "relativ" einfach(der Ton, die Betonungen usw. sind hiermit NICHT gemeint), kompositorisch ist es jedoch sehr gelungen. Alle Stücke haben ein "beswingtes", jazziges Gefühl. Es finden sich zahlreiche schöne Licks. Früh geht Mr. Ganapes auf das Skalen-Akkord System ein. Ist man aus seinen früheren Büchern gewohnt, dass er eher auf die Pentatonik Pattern(sei es Dur oder Moll) fixiert ist, fällt in Jazzin' the Blues auf, dass er sich von diesen Abwendet. Da mit dem Jazz eine Fülle an neuen Akkorden hinzukommt und jeder einzelne eigentlich mehr oder weniger eine neue Skala(mit jeweils 5 Pattern) bräuchte, führt er das Skalen-Akkord System ein. Hierbei liegen die Grundtöne zunächst nur auf der tiefen A- und E-Saite. Diese werden dann entweder mit dem kleinen Finger, dem Mittelfinder oder dem Zeigefinger gegriffen. Daraus ergeben sich 3 geringfügig unterschiedliche Griffbilder, welche jedoch schneller zu lernen sind als alle 5 Pattern und einfach flexibler sind. Er geht auch auf Möglichkeiten ein wie man im Jazz improvisiert(Zielton, hinführende Töne etc.). Lange Rede kurzer Sinn, dieses Buch ist für all diejenigen geeignet, welche ihr Bluesspiel in Richtung Jazz aufpeppen wollen, besonders was die Akkordwahl betrifft.
Eine Rezension von Dorsch-baer Marion "hendrixpageyoung" >
vom 24. März 2006 | | |
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